Cannibal Corpse – Es gibt wohl kaum eine Band im Death-Metal, die derart polarisiert wie die Jungs um die einzig verbliebenen Gründungs-Mitglieder Alex Webster (Bass) und Paul Mazurkiewicz (Schlagzeug). Während sie die einen, aufgrund ihrer unbestreitbaren, außergewöhnlichen musikalischen und instrumentalen Fähigkeiten schätzen, werden sie von den anderen, wegen ihres Faibles für Splatter/Horror-Movies/Comics etc. und den damit verbundenen krassen Texten und Artworks, fast schon verteufelt - vor allem einer Dame aus Deutschland, nämlich der Gymnasiallehrerin Christa Jenal, sind sie schon seit Anfang der Neunziger ein Dorn im Auge. Sie ließ es sich nicht nehmen, die Band ein ums andere mal zu verklagen und bekam teilweise sogar recht, so mussten sie das Cover-Artwork der ersten drei Alben entschärfen und durften bis ins Jahr 2006 keine Songs, eben dieser drei Alben live aufführen. Über Sinn und Unsinn (der in diesem Fall sicherlich vorherrscht) dieser Aktion lässt sich sicherlich streiten, aber in diesem Fall hat die Zensur der Band sicher nicht geschadet, denn eine kostenlose Werbung war es allemal – übrigens sind die Jungs, im Gegensatz zu ihrem krassen Image, sehr höfliche und nette Zeitgenossen, wie sich eigentlich alle, die mit der Band zu tun hatten, einig sind.
Cannibal Corpse wurden im Jahr 1988 von Chris Barnes (Vocals), Jack Owen (Gitarre), Bob Rusay (Gitarre), Alex Webster (Bass) und Paul Mazurkiewicz (Schlagzeug) gegründet. Sie sammelten alle schon in anderen Bands, u.a. Beyond Death und Tirant Sin, Erfahrung und konnten diese auch gleich bei ihrem ersten Demo (1989) einbringen. Schon mit dieser ersten Aufnahme konnten sie einen Deal bei ’Metal Blade Records’ an Land ziehen. Das Debüt-Album ’Eaten Back To Life’ erschien ein Jahr später und schlug in der Szene voll ein - allerdings nur bei den Fans, die meisten Kritiker und Schreiber, lehnten die Band lange Zeit ab und es sollte bis zu ihrem vierten Album ’The Bleeding’ von 1994 dauern, ehe auch die Journalisten die Klasse der Jungs erkannten. Der Nachfolger ’The Vile’ brachte dann endgültig den Durchbruch und befördert CC als erste Death-Metal-Band überhaupt, in die us-amerikanischen ’Billboard-Charts’. Seitdem veröffentlichen sie in regelmäßigen Abständen, eine hochklassige Scheibe nach der anderen und trotz einiger Umbesetzungen, ist ihnen der Support ihrer zahlreichen Fans gewiss – ihr bis dato letztes Album wurde 2006 veröffentlicht, ’Kill’ schaffte es in Deutschland bis auf Platz 59 in den Charts, was für eine Band dieses Härtegrades, auch nicht gerade die Regel ist.